20. August 2007

Wie man PDFs richtig verlinkt

Beim Smiley Cat Web Design Blog läuft eine interessante Diskussion (an der ich mich auch beteiligt habe) über die Verlinkung von PDFs sowie anderen Dateitypen.

Die Fragen sind:

  1. Gibt man die Information zum Dateityp und zur Dateigrösse innerhalb oder ausserhalb des Links an?
  2. Wie gibt man den Dateityp am besten an bei Word-, Excel- und anderen Dateien? Ist die Abkürzung  doc oder xls analog zu PDF verständlich?
  3. Braucht es ein Icon zum Link?

Und meine Antwort ist:

  1. Ausserhalb: Linkbezeichnung (pdf, 320kb)
  2. Je nach Zielpublikum: doc und xls sind analog zu pdf am logischsten, aber nicht für jedes Zielpublikum verständlich.
  3. Kein Icon: Es lenkt zu stark ab vom Inhalt der Linkbezeichnung.

Im Zentrum steht die optimale Lesbarkeit der Linkbezeichnung für den scannenden Leser. Alles andere (Dateigrösse und -typ) ist nützlich, aber zweitrangig neben der Linkbezeichnung.

25. Juli 2007

NZZ-Online: altes Layout noch zugänglich und Site-Suche fehlerhaft

Bei NZZ Online sind noch Seiten im alten Layout zugänglich unter der URL http://l036sys0.nzz.ch/index.html. Komischerweise ist das Datum von heute, 25. Juli.
Nzz_alt

Einige der Links auf dieser Seite funktionieren noch (z.B. der hier auf http://l036sys0.nzz.ch/2007/07/06/wi/newzzF3S50F4Y-12.html).
Nzz1_alt

Andere ergeben eine Fehlermeldung (z.B. der hier auf http://l036sys0.nzz.ch/2007/07/06/al/newzzF3SYDFNW-12.html).
Nzz_fehler

Offenbar ist die Umstellung aufs neue Layout noch nicht ganz ausgestanden.

Ich habe versucht herauszufinden, ob diese alten Seiten gleichzeitig auch im neuen Layout erscheinen. Dabei bin ich auf einen weiteren Fehler gestossen. Ich habe auf der neuen NZZ-Site nach dem Titel des Artikels "Spekulationen nach Chefwechsel bei der UBS" (des Artikels, der im alten Layout unter http://l036sys0.nzz.ch/2007/07/06/wi/newzzF3S50F4Y-12.html zugänglich ist) gesucht. Den Titel habe ich ohne Anführungszeichen eingegeben. Als Ergebnis erhalte ich folgende Seite:

Nzz_search_result

Angeblich 477'000 Treffer für die Suche nach "Spekulationen nach Chefwechsel bei der UBS", aber die Suchergebnisse haben rein gar nichts mit diesem Thema zu tun. Die Suchergebnisse scheinen vielmehr eine chronologische Auflistung der Artikel der letzten Tage zu sein. Offenbar verknüpft die Suche mehrere Suchbegriffe mit Oder statt mit Und - im Google-Zeitalter ein Fehler, weil die stillschweigende Erwartung bei einer Mehrbegriff-Suche eine Und-Verknüpfung ist.

Danke, Oliver, für den Hinweis. 

24. Juli 2007

Keine Glaubensfrage: es wird gescrollt

Blasting the Myth of the Fold heisst der Artikel von Milissa Tarquini auf Boxes and Arrows, indem sie gegen den Mythos kämpft, dass die Benutzer nicht scrollen. Ein Thema, das in diesem Blog auch schon verschiedentlich behandelt wurde (siehe dazu Scrollen oder nicht scrollen, ... und Scrollen oder nicht scrollen, ein Evergreen).

Fazit, erhärtet durch Userdaten: Ja, die User scrollen. Und zwar mehrere hundert Pixel hinunter, wenn der Inhalt interessant genug ist.

Es spielt aber eine Rolle, was zuoberst auf einer Seite steht. Tarquini erwähnt:

  • Ziel und Absicht der Site
  • wichtigste Funktionen (Suchfunktionen, Abfragefunktionen, Fahrplanabfragen) sollten oben beginnen.

Und wer es bis zuunterst auf eine Seite geschafft hat, sollte nicht mit einer Standardfusszeile abserviert werden, sondern mit einem Kontext-relevanten Link oder mit einer Interaktivität belohnt werden.

02. Juni 2007

Die abnehmende Bedeutung der Homepage

Is the home page worthless? fragt Mindy McAdams. Und Seth Godin meint:  Blow up your homepage! Jeff Jarvis dazu: Beyond the home page.

Zu diesem Thema gibt es auch einen Beitrag von Jared Spool von 2005: Is Home Page Design Relevant Anymore?

Gemeint ist hier die Startseite einer Website (nicht die Homepage, wie sie in der Schweiz landläufig synonym gebraucht wird für die ganze Website).

Warum verliert die Startseite an Bedeutung?

  1. Die Vorstellung, dass die Leute die Startseite einer Website besuchen und von dort aus weiterklicken, ist möglicherweise bald veraltet. Die Leute besuchen gar keine Sites mehr, sie lesen nur noch Feeds. Sie lassen die Inhalte einer Site in Form von Feeds zu sich kommen, sie abonnieren die Inhalte, und sie stellen diese Inhalte dar in einem RSS-Reader oder auf einer Seite, die aus lauter Modulen besteht, in denen diese abonnierten Inhalte dargestellt werden (in ihrem Design).
  2. Andersrum die so genannten Landing Pages, die Seiten, die in einer Kampagne gezielt dafür gemacht werden, um die Besucher zum Kaufen oder sonst zu einer Tat (Anmeldung für einen Newsletter, Download eines Tutorials, Registieren für ein Konto usw.) zu motivieren. Diese Seiten dienen meist genau nur einem einzigen Zweck: der Konversion. Auf einer Website kann es viele solche Landing Pages haben. Aber die Homepage ist ganz sicher keine Landing Page, weil sie multifunktional und unspezifisch ist.
  3. Der dritte Grund für die abnehmende Bedeutung der Startseiten sind die Suchmaschinen. Man benutzt Suchmaschinen ja gerade deswegen, um möglichst direkt zum gesuchten Inhalt zu kommen. Die Homepage wäre da nur ein Umweg. Sie hilft selten beim Auffinden eines bestimmten Inhalts - je spezifischer der Inhalt ist, um so weniger.

Jakob Nielsens "Homepage Usability" von 2001 kommt einem da nicht mehr ganz zeitgemäss vor: ""The homepage is the most important page on any website", heisst es im Vorwort.

22. April 2007

Wie einfach darf's denn sein auf dem Web?

Nun hat auch noch Gerry McGovern in die Simplicity-Diskussion eingegriffen (Why simplicity is essential to web design vom 16. April 2007). Er bezieht sich dabei auf Don Norman (Simplicity Is Highly Overrated) und Joshua Porter (Simplicity: The Ultimate Sophistication mit einer Zusammenstellung zahlreicher anderer Beiträge zum Thema).

Ich beteilige mich nicht an dieser Design-Diskussion. Erwähnenswert finde ich aber die Unterschiede, die Gerry McGovern zwischen einem Produkt und einer Website macht und warum eine Website einfach sein muss.

Warum kaufen Leute gerne komplizierte Produkte mit vielen Features? McGovern nennt drei Gründe:

  • Wenn das Produkt kompliziert ist, muss es viel können. Also ist es mir mehr wert. (Höhere Anmutung.)
  • Mit einem komplizierten Produkt mache ich anderen Leute gerne Eindruck. (Prestigegewinn.)
  • Auch wenn ich viele Features jetzt noch nicht brauche kann, könnte es sein, dass ich sie später brauche (Versicherung).

Genau diese Motive gelten für eine Website nicht, sagt McGovern.

  • Wenn eine Website nach mehr aussieht als sie in Wirklichkeit ist, habe ich keinen Nutzen davon, denn ihre Benutzung kostet mich mehr Zeit.
  • Die Website benutze ich allein vor dem Computer. Ich gewinne kein Prestige, wenn ich eine komplizierte Website benutze, weil das gar niemand merkt.
  • Die Website benutze ich jetzt, weil ich jetzt etwas brauche; irgendwelche Versprechen für die Zukunft nützen mir nichts.

Natürlich gibt es verschiedene Verhaltensweisen auf dem Internet. Das oben beschriebene Verhalten ist aber eines der häufigsten: Ich suche etwas, will etwas erledigen; dabei bin ich allein, habe keine Zeit und will möglichst rasch ein Ergebnis. In dieser Situation werde ich eine einfache Website einer komplizierten vorziehen.

Daneben gibt es auch andere Verhaltensweisen, wie John Rhodes richtig erwähnt: "People love to spend time at entertainment web sites."

Wichtig dünkt mich: Es kommt sehr darauf an, was man unter "einfach" versteht. Einfach heisst nicht banal oder gar hässlich, sondern einfach heisst elegant, klar, eindeutig, übersichtlich.

26. März 2007

Sehr nützlich, dieses Anleitung

Anleitung auf einer Intranet-Seite eines grosses Konzerns XXX (danke, L., für die Zusendung, kursiv von mir zwecks Anonymisierung):

"This page can be found by going to the XXX Homepage and then clicking on AB Stuff. Next choose ABO from the AB Org drop down menu before clicking on the SD Desk icon which can be found on the right hand side of the page. This page is very useful and has links to virtually everything you will need in relation to UVW."

Very useful, in der Tat.

29. Januar 2007

F-Schema bestätigt

Eine neue Studie des Software Usability Research Laboratory (SURL) an der Wichita State University (Kansas) (Eye Gaze  Patterns while Searching vs. Browsing a Website) hat das sogenannte F-Schema beim Lesen von Webseiten erhärtet.

Das heisst: Die User schenken dem Inhalt oben links auf einer Seite am meisten Aufmerksamkeit. Das stimmt vor allem für textlastige Seiten. Bei Seiten, die aus Produktbildchen bestehen, ist die Verteilung der Aufmerksamkeit ausgeglichener.

Kein Aufreger, diese Studie. Vgl. meinen früheren Beitrag Webseiten lesen nach dem F- oder Z-Schema?.

11. Januar 2007

Scrollen oder nicht scrollen - ein Evergreen

Die Frage, ob User scrollen oder nicht und wie lange eine Webseite sein darf, löst noch immer heftige Debatten aus. Siehe Long Pages Rule! von Jared Spool vom 26.12.2006. Oder siehe meinen eigenen Eintrag zum selben Thema im Sommer 2005.

07. Januar 2007

Einstiegsseiten: besser als ihr Ruf

Rachel Alpine, die neuseeländische Contentspezialistin, die seit Herbst 2006 ihr Blog Contented führt, befasst sich in ihrem Eintrag Those deadly section start-pages vom 3. Januar 2007 mit den problematischen Einstiegsseiten.

Einstiegsseiten sind die Knotenpunkte in einer klassischen Informationsarchitektur mit Homepage, 1.Level-Navigation, 2.Level-Navigation, 3.Level-Navigation usw. Was für Inhalte gehören auf eine solche Seite?

Guten Anschauungsunterricht dafür bieten die momentan wie Pilze aus dem Boden schiessenden Websites der Bundesverwaltung im neuen Design des CD Bund. (Disclaimer: Ich war Projektleiter für den Relaunch der BAFU-Website.)  Alle diese Bundessites haben eine Globalnavigation, die obligatorisch mindestens aus den Rubriken Themen, Dienstleistungen, Dokumentation und Organisation bestehen muss.

Jede Bundessite steht also vor der Herausforderung, mindestens vier Einstiegsseiten zu machen. Man findet die ganze Palette der möglichen Lösungen (Stand 7. Januar 2007):

  • Leere: Die Bundeskanzlei lässt diese Einstiegsseiten im Prinzip leer (Einstiegsseite Themen, Einstiegsseite Dokumentation). Weiter in die Tiefe kommt man nur über die Navigation.
  • Einleitungstext ohne Links: Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) gestaltet die Einstiegsseite Organisation mit einem Text, der gewisse Informationen zur Organisation des BIT liefert. Weiter in die Tiefe kommt man nur über die Navigation.
  • Navigationswiederholung: Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie wiederholt auf der Einstiegsseite Dokumentation die Navigation in identischer Bezeichnung.
  • Teaser (Übersicht): Beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) haben wir die Einstiegsseite als Teaserseiten zu den Unterrubriken der nächsten Ebene gestaltet: Wiederholung der Navigation mit Teasertext zu jeder Unterrubrik (Bsp. Einstiegsseite Dokumentation). Im Prinzip gleich macht es das Bundesamt für Energie (Einstiegsseite Themen) und das Bundesamt für Kommunikation (Einstiegsseite Dienstleistungen).
  • Teaser (Auswahl): Bei der Einstiegsseite Themen Finanzpolitik (eine Ebene tiefer) des Eidg. Finanzdepartementes (EFD) linken die Teaser nicht auf die Unterrubriken, sondern auf ausgewählte einzelne Themen auf der eigenen Site wie auch auf Themen anderer Ämter. Diese Variante ist sehr selten anzutreffen.
  • Index: Beim BAFU haben wir bei der Einstiegsseite Themen auf Text und Teaser verzichtet und dafür einen Index erstellt, mit dem sich alle Unterrubriken erschliessen.
  • Vorauswahl: Das ist der häufigste Fall: Verzicht auf eine Einstiegsseite und direkte Weiterleitung auf eine ausgewählte Unterrubrik auf der nächstunteren (Seite Organisation beim EFD) oder sogar übernächstunteren Ebene (Seite Themen beim UVEK).

Einstiegsseiten sind inhaltlich tatsächlich schwierig zu gestalten. Sie haben eben mehr Orientierungs- als Inhaltsfunktion. Und das ist eine sehr wichtige Aufgabe, finde ich. Eine Einstiegsseite schafft Übersicht und erlaubt dem Benutzer, in Kenntnis aller Möglichkeiten in dieser Rubrik die Weichen selbst zu stellen. Deshalb finde ich die Variante "Vorauswahl" etwas bevormundend. Die reine Navigationswiederholung vergibt die Möglichkeit, die Navigationsbegriffe etwas auszudeutschen und eine Hilfestellung bei der Wahl der Unterrubriken zu geben. Bei der Variante "Einleitungstext ohne Links" fehlt mir der "Call to action". Deshalb finde ich die Variante "Teaser-Übersicht" (die wir beim BAFU gewählt haben) zwar nicht so sexy, aber ziemlich praktisch. Die Variante "Teaser-Auswahl" finde ich dagegen (jedenfalls in dieser Form) eher verwirrend; man weiss nicht zum voraus, wo man nach dem Link-Klick landen wird.

Alles in allem: Ich finde Einstiegsseiten nicht so schlimm, wie sie Rachel Alpine darstellt. Sie schaffen Übersicht, breiten das Angebot aus und geben Orientierungshilfe.

27. Dezember 2006

Farbenblinde gehen nicht auf die Rigi

(Ich glaube, es heisst wirklich die Rigi, nicht der Rigi.) Egal, die Rigi-Website hilft mir jedenfalls nicht zu verstehen, welche Bahnen und Pisten und Schlittel- und Wanderwege derzeit offen sind, und genau das möchte ich für einen Ausflug wissen. Erstens sehe ich die Farbunterschiede zwischen offen (wahrscheinlich sind sie grün) und geschlossen (wahrscheinlich rot) nicht, und zweitens verstehe ich die Bedeutung der Symbole (Kreisli, Dreiecke, Vierecke) nicht. Oder schaut selbst.

Rigi

Screenshot vom Mittwoch, 27.12.2006.

Letzte Einträge

Suche

  • Google

    WWW
    starkcontent.typepad.com

Juni 2008

Mo Di Mi Do Fr Sa So
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30            
Blog powered by TypePad