Barbara Hayoz: früher Fehlstart
Nationalratswahlen sind im Oktober. Seit ein paar Tagen hängt aber bereits das erste Plakat (zumindest) in der Stadt Bern: Barbara Hayoz (Berner Gemeinderätin und FDP-Mitglied) will mit einem Frühstart offenbar die entscheidenden Stimmen holen. Das Plakat kommuniziert ausser dem Slogan "bärenstark" (in Anspielung auf die Geldsammelaktion für den neuen Bärenpark) und dem Konterfei von Barbara Hayoz nur noch ein URL: www.barbara-hayoz.ch. Was so viel heisst: Alles weitere unter dieser Adresse.
Also schaute ich dort mal vorbei.
Die Homepage ist dasselbe wie das Wahlplakat. Das ist falsch, denn ich bin auf die Website gegangen, weil ich das Plakat gesehen habe. Das Plakat hat seine angestrebte Wirkung gehabt, ich brauche nicht noch einmal davon überzeugt werden, das URL www.barbara-hayoz.ch einzutippen.
Die Website hat kaum Inhalte. Der Überraschungseffekt, den das Plakat auslöst, kann von der Website nicht ausgenutzt werden. Wer aus irgendwelchen Gründen die Website von Barbara Hayoz aufruft, um mehr zu erfahren, erfährt leider fast gar nichts - nicht einmal zum Vorzeigeprojekt Bärenpark. Der Profilierungsversuch scheitert.
Wofür Barbara Hayoz politisch steht, erfährt man nicht. In der Rubrik "Positionen" findet man einen Link auf Smartvote - aber nicht auf das Profil von Barbara Hayoz, sondern auf die Homepage.
Die Website ist Ein-Weg-Kommunikation der alten Schule. Das Interaktivste an der ganzen Site ist eine Email-Adresse. "Sagen Sie mir Ihre Meinung! Oder wo der Schuh drückt. Ich freue mich auf Ihren Brief – oder Ihr Mail." Ob Barbara Hayoz auch andere Kommunikationskanäle zulässt und/oder benutzt?
In der Berner Zeitung ist der Frühstart von Barbara Hayoz auch besprochen worden (Die Aufsteigerin ist früh am Start, 17.07.2007). Auch dort wird die Website von Barbara Hayoz als inhaltsarm bezeichnet. Politologe Werner Seitz, der den Frühstart als geschickten Schachzug bezeichnet, hält die fehlenden Inhalte auf der Website für einen "Schönheitsfehler". Damit konfrontiert, wird Barbara Hayoz wie folgt zitiert: "Ich bin froh, gibt es Verbesserungspotenzial. Nicht ist schlimmer als eine Homepage, auf der nichts passiert."
"You never get a second chance to make a first impression." Es ist eine Fehleinschätzung zu meinen, die Leute würden nun so alle zwei drei Tage vorbeischauen und sich an der Verbesserungen und am Geschehen auf der Website erfreuen. Diese früher Kampagnen-Fehlstart produziert vor allem enttäuschte Wähler.
In meiner Einschätzung ist dieser Plakataushang also eher ein früher Fehlstart als ein geschickter Schachzug. Ob es nur ein Schönheitsfehler war, werden die Wahlen zeigen.

kommt hinzu, dass der bärenpark gar nicht auf hayoz' mist gewachsen ist...
Kommentiert von: chm | 17. Juli 2007 um 22:10 Uhr