Auch Werner Luginbühl enttäuscht früh
Nicht nur Barbara Hayoz glaubt an den Frühstartbonus, auch Werner Luginbühl versucht sich auf diese Weise einen Sitz zu sichern - einen der beiden Ständeratssitze im Kanton Bern. Sein Plakat habe ich zwar bisher nur an einem Zaun an der Berner Bahnhofplatz-Baustelle gesehen (wild plakatiert?), dort laufen pro Tag aber immerhin einige tausend Leute vorbei. Auch dieses Plakat kommuniziert vor allem das URL www.werner-luginbuehl.ch.
Die Startseite der zweisprachigen Site besteht aus zwei grossformatigen Bildern, die sich im 5-Sekunden-Rhythmus abwechseln. Sichtbar ist Luginbühl einmal urban im Schwellenmätteli (Der Spruch dazu: "Ideen statt Ideologien") und einmal ländlich vor einer Bergkulisse ("Fortschritt baut auf Tradition".) Wenn man die Bildfunktion ausschaltet, ist alles weg: der Text der Startseite ist als Bild formatiert und deshalb ohne Bild und ohne Alt-Text unsichtbar. Dank des Title-Tags wird die Site trotzdem von Google gefunden. Glück gehabt.
Ansonsten kann man sich kurz fassen: Werner Luginbühl hat seine Wahlbroschüre ins Netz gestellt.
Was soviel heisst wie: (Auch) hier kann man als interessierter Bürger nichts machen. Man kann keinem Unterstützungskomitee beitreten, man kann nicht spenden, man kann nichts mitteilen, man kann nichts fragen, man kann nicht diskutieren, man kann keinen Newsletter bestellen, geschweige denn einen RSS-Feed abonniere - man darf einfach glauben und soll dann richtig wählen. Kommunikation von oben herab.
Zum selben Thema aus Basler Sicht: Tipps für unsere Wahlkämpfer (Arlesheim Reloaded, 18.07.2007).
Meine Liste der enttäuschenden Politiker-Sites wird immer länger. Ausgewählte Rückblenden:
- Barbara Hayoz: früher Fehlstart (17.07.2007)
- Berner Gemeinderat: Gewonnen hat ... (11.03.2007)
- Der Unterschied zu Hillary Clinton und Barack Obama (25.01.2007)
- Berner Gemeinderat: Reto Nause brav, Stephan Hügli im Off (24.01.2007)
- Berner Regierungsrat: verpasste Wahlkampfchancen im Internet (31.03.2006)
Nützlicher Erfahrungsbericht von Crawford Kilian: Fighting a Campaign Online (02.02.2006)

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